Panorama: Portlahorn, Bregenzerwald

© Forer Wolfgang, Lustenau/Österreich

Biketest KTM Caliber 45, Modell 2006

Biketest KTM Caliber 45, Modell 2006 - Autor: Toni
24.08.2006

Biketest KTM CALIBER 45

- Am Beginn dieser Produktvorstellung kurz ein wenig über mich. Ich bin ein klassischer Alpinbiker, Bikeparks interessieren mich genau wie auch das shutteln etwas weniger, ich fühl mich am Wohlsten, wenn ich 1300hm uphill hinter mir habe, gerade vor einem Radler sitz, und einen technisch anspruchvollen Singletrail bergab vor mir hab.
Heuer in Bozen habe ich meinen Cannondale Freerider geschrottet, und das am ersten Urlaubstag.
Was blieb mir also anderes über, als Österreichs Parade-Enduroschmiede zu kontaktieren?
Tja, und da stand es, das Objekt der Begierde, ein Caliber45 von KTM.
Wenig später war auch der Deal fixiert und ich hatte den Bock in meinem Auto.
Nun, gut 4 Monate später ist Zeit für ein Review.

cal11

Setup:

Das Caliber45 ist ein reinrassiger Freerider. Der Dämpfer ist sauber verbaut und lässt sich gut auf den jeweiligen Fahrer einstellen. Bei meinem Modell ist ein Manitou Metel Plattformdämpfer montiert, der absolut ausreicht um diverse Hindernisse nieder zu bügeln.

cal15

cal13

Der 4-Gelenker arbeitet sensationell, die Aufhängungen und Schweißnähte sind super sauber verarbeitet, und auch die Rahmengeometrie verspricht einiges.

Fahreigenschaften:

Hier kommt einem Freerider das Caliber voll entgegen. Eine hervorragende Sitzposition lässt sich auch für stundenlange Uphills erzielen, der Plattformdämpfer spielt seine Stärke im Sitzen voll aus, das Rad schaukelt sich kaum auf. Das ist allerdings vorbei, so bald man in den Wiegetritt geht.

cal2
Toni mit dem Caliber 45 beim Freeriden

Wirklich steile Geländeuphills sind ebenfalls kein Problem, auch wenn sich hier das hohe Gewicht des Caliber und die nicht absenkbare Gabel negativ bemerkbar machen. Diese Mankos sind jedoch mit der entsprechenden Kondition und Technik wett zu machen.

cal9
herausgezogene Sattelstütze für Uphills

Die voll im Sattelrohr versenkbare Sattelstütze und die tief anliegende Sattelstrebe ermöglichen es, den Sattel beim Downhill komplett abzusenken. Das Caliber entwickelt sich bergab so fast zu einem Trialbike. Trotzdem wird es durch sein hohes Gewicht und den niedrigen Schwerpunkt auch auf richtig speedigen Strecken nie wirklich unruhig oder bockig.

cal3

Es lässt sich in den meisten Situationen tadellos beherrschen. Die verbaute Manitou Stance Kingpin mit ihren 170mm Federweg arbeitet butterweich und schluckt auch härteste Brocken ohne Probleme. Sprünge bis 1,5m verträgt sie ohne Durchzuschlagen.

cal5

cal6

Dass die verbauten SRAM-Komponenten vom Allerfeinsten sind, das brauch ich hier wohl nicht extra zu betonen, die Schaltung funktioniert in jeder Situation einwandfrei, auch wenn ich persönlich die Drehgriffschalter einer Fingerschaltung bevorzugen würde. Maguras Louise FR Bremsen sind state of the art, sie beißen in jeder Situation so zu, wie man es verlangt.

Fazit:

Ich bin mit dem Caliber45 jetzt etliche Touren gefahren, und hab es nie bereut, dieses bike gekauft zu haben.
Was ich bis dato am bike geändert habe: Vorne ein 2.5er Maxxis Minion, hinten ein 2.8er Michelin C32 DH und statt der Originalübersetzung fahr ich nun vorne ein 21er und hinten ein 34er Kranzerl um es im Uphill etwas bequemer zu haben.

cal16

Das Caliber ist ein perfekter freerider, der vielleicht 2-3kg zu schwer ist, aber an Agilität und Dynamik einem leichteren Freerider ( z.B. dem Specialized SX Trail oder dem Cannondale Gemini FR) um nichts nachsteht.

Das einzige Manko, das ich am Rad kenne, das ist die Manitou Stance Kingpin. Ihr Ansprechverhalten und die Funktion ist zwar traumhaft – ehrlich – aber sie ist im Vergleich zu anderen Doppelbrückengabeln sehr schmal aufgebaut, was bei engen Kehren schlimm ist, da der Einschlag stark begrenzt ist. Dies ist allerding nur für Alpinbiker essentiell, denn sonst wird man in freier Wildbahn wohl kaum wo richtig enge Kehren finden :-)

Beim 2007er Modell hat KTM hier schon reagiert, und dem Caliber45 eine Marzocchi 66er mit 180mm spendiert, meines Erachtens die perfekte Gabel für dieses bike. (mag haben !!! *gg*)

Wer also kein reines Bikepark-Downhillrad sucht, sondern einen Freerider, der in den Alpen genau so daheim ist, wie auf der Planei oder in Leogang, der ist mit dem Caliber bestens bedient. Auch das Preis-Leistungs-Verhältnis ist großartig.

Technische Daten Modell 2006
-  SRAM X.9 und Shimano XT Schaltung/Antrieb
-  Manitou Metel Plattformdämpfer, Manitou Stance Kingpin Gabel  (180/170mm)
-  Magura Louise FR vorne und hinten
-  Onyx-Naben, Cane-Creek Steuersatz, Kateem Vorbau
-  Truativ Komponenten, Schwalbereifen, Sella-Sattel……………….
-  18,5kg
-  43 – 48cm Rahmenhöhe
-  UVP: 2999,-€

cal4
Die Soulbiker Salzburg Squad in Bozen. Vorne das KTM Caliber 45, rechts daneben das KTM Caliber 38

Wir werden versuchen von KTM das neue Aphex und das neue Caliber zur Verfügung gestellt zu bekommen, um euch hier dann auch bald über die 2007er Downhill- und Freeride Geschosse informieren zu können.

weitere Infos => www.ktm-bikes.at

Toni

© 2006

Weiterempfehlen, Bookmarken und Soulbiker unterstützen

 

Was ist Deine Meinung?

Leserkommentare

 
 

Meistgelesene Artikel